Geschichten hinter den Bildern

Feier des französischen 114. Infanterieregiments am 14. Juli 1919 in Diez


114. Infanterieregiments Diez 1919 Karl Zimmermann

"Die Festlichkeiten am Nachmittag begannen um 2 Uhr. Hierzu waren  erschienen 2 französische Generäle, ein amerikanischer General mit seinem Stab und 200 amerikanische Soldaten , welchletztere in Lastautos von Montabaur gekommen waren. Zuerst zeigten sich die mit Tannengrün, Fahnen, Bändchen, Schleifen und Blumen wirklich geschmackvoll herausgeputzten Maschinengewehrwagen, ihrer 30 an der Zahl und mit Maultieren bespannt. Es war ein prächtiger Blumenkorso wie ihn der Diezer Marktplatz wohl noch nie gesehen hat. Dann begab man sich nach dem Platz hinter der alten Kaserne."

114. Infanterieregiments Diez 1919 Karl Zimmermann

"Hier und auf der Lahn fand ein Sportfest statt. Klettern, Sacklaufen, Balkenlaufen, Wettschwimmen, Rudern, Schwimmen nach lebenden Enten u.s.w. wechselten ständig ab. Die Regimentsmusik konzertierte. Für die Offiziere und deren Damen war ein großes Zuschauerzelt errichtet worden, das Schutz gegen die brennende Sonne bot."

(Aus dem Kriegstagebuch des Diezer Beigeordneten Robert Heck, "Mit Gott" Herausgegeben vom 

Museums- und Geschichtsverein Diez, von Arno Baumann)

1935 auf der Festung Ehrenbreitstein

1935 Koblenz Ehrenbreitstein Lindstedt Zimmermann Denkmal von Goeben

Ein dunkles Kapitel in der Stadt- und auch Firmengeschichte.
Einweihung des Denkmal für das Infanterie-Regiment „von Goeben“ Nr. 28 beim Regimentstreffen am 16. Juni 1935, natürlich als nationalsozialistische Propagandaveranstaltung eingesetzt.

"Auf dem Helfenstein, dem südlich vor dem Ober-Ehrenbreitstein gelegenen Werk der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz, steht seit 1935 ein Denkmal für die gefallenen Soldaten des Regiments. Das Denkmal wurde 1935, 55 Jahre nach dem Tod des preußischen Generals August Karl von Goeben, errichtet. Ursprünglich stand auf dem heute noch erhaltenen Sockel ein Handgranatenwerfer. Nach der Ablösung der US-Truppen durch französische Besatzungssoldaten wurde der Infanterist im Zuge einer Denkmalsbereinigung demontiert; der Sockel wurde bei dieser Gelegenheit stark beschädigt. Eine Reliefplatte (eine Mutter, die ihren gefallenen Sohn beweint), sowie eine Inschrifttafel mit der Verlustliste des Regiments, die in der Neusser Gießerei Preuss & Alf entstanden waren, blieben erhalten. 1960 fügten Soldaten des damals in Koblenz stationierten Panzergrenadierbataillons 142 die Reste des zerschlagenen Sockels zu einem neuen Gedenkstein in schlichter Form zusammen und setzten eine Flammenschale auf den Sockel. Die alten Platten, sowie eine neue Wappentafel wurden in den Gedenkstein eingefügt."  (Wikipedia)

Die Bilder zeigen eindrucksvoll und beängstigend, wie weit die Nationalsozialisten zu der Zeit schon ihren Einfluss auf alle Schichten der Gesellschaft ausgeweitet hatte. Die Katastrophe nahm ihren Lauf.

Siehe auch diese weiterführenden Gedanken zum Thema "Kriegerdenkmal".
(Danke an R. P. Winter)

Es gilt § 86 Absatz 3 und § 86a Absatz 3 StGB. Weiteres im Impressum.

Adlige Doppelhochzeit 1929 in Koblenz

Hochzeit Waldthausen Bassenheim Koblenz 1929 Halem Lindstedt Zimmermann

Die Doppelhochzeit von Waldthausen fand am 24. April 1929 in der Christuskirche in Koblenz statt. An diesem Tag heirateten die beiden Töchter des pensionierten Diplomaten Freiherr Julius von Waldthausen.
Adelheid Eleonora von Waldthausen (geb. am 17. Juli 1907 in Buneos Aires, wo ihr Vater damals deutscher Gesandter war) heiratete Gustav Adolf von Halem, dem Attaché an der deutschen Botschaft in London.
Ihre jüngere Schwester Helga Helene von Waldthausen (geb. am 14. August 1908 in Buenos Aires, gest. am 10. November 1949) in München, heiratete ihren am 21. Mai 1898 in Essen geborenen und am 29. April 1979 gestorbenen Vetter 2. Grades Oscar von Waldthausen. Die Großväter von Braut und Bräutigam waren Brüder). 

Hochzeit Waldthausen Bassenheim Koblenz 1929 Halem Lindstedt Zimmermann

Karl Zimmermann war vor Ort und fotografierte vor und in der Kirche.
Die anschließende Feier fand in der Burg Bassenheim satt, dem Rittergut  der Familie von Waldthausen. Das Portal auf dem Foto ist unverändert bis heute erhalten.
Karl Freiherr von Waldthausen-Osten ist der derzeitige Besitzer des Guts in Bassenheim. 

"Am 24. April 1929 erlebte das Dorf (Anmerkung: Bassenheim) ein weiteres prunkvolles Fest: Die Töchter Adelheid und Helga feierten in der „in märchenhaftem Glanz erstrahlenden Burg" eine Doppelhochzeit. Böllerschüsse, Ehrentor, Reitereskorte, Gratulationscour aller Persönlichkeiten und Vereine wurden zum Erlebnis. Der Freiherr hatte einen Vizekonsul Adolph von Halem und den Baron Oscar von Waldthausen aus Gersfeld als Schwiegersöhne." (Heimatbuch Landkreis Mayen-Koblenz, 2011)

Eröffnung der Schiffsanlegestelle in Niederheimbach 1926

1926 Neiderheimbach Chrimhilde Rhein Lindstedt Zimmermann

Diese Bilder entstanden bei der Eröffnung des Schiffsanlegers in Niederheimbach am Rhein, am 7. Mai 1926
Lindstedt und Zimmermann waren mit an Bord des niederländischen Dampfschiffes "Kriemhilde", um die Festlichkeiten für die Nachwelt festzuhalten.

1926 Neiderheimbach Chrimhilde Rhein Lindstedt Zimmermann

Die Chronik von Niederheimbach vermerkt dazu:
"1925
wurde mit dem Bau des Brückenkopfes - Landebrücke begonnen, die Landebrücke und den Brückenkopf lieferte die Gutehoffnungshütte. 
1926 
26.04. war der Bau des Agenturhäuschens als fertig gemeldet worden. Dieses Jahr war ein sehr aktives Jahr in der Gemeinde Niederheimbach. Im Januar gelang es glücklicherweise noch vor dem Hochwasser den Brückenkopf der Landestelle soweit Fertigzustellen, dass die Fundamente durch das Wasser nicht mehr in Mitleidenschaft gezogen wurden. Es musste allerdings Tag und Nacht gearbeitet werden. Vorher befand sich in der Nähe dieser neuen Landebrücke, die zur Heimburg gehörende Schiffsanlegestelle. 
1926
im April war die Schiffsanlegestelle fertiggestellt. 7. Mai fand die feierliche Einweihung statt, beider der Regierungspräsident sowie weitere Vertreter
der Regierung, Vertreter des Strombaues und der Eisenbahnverwaltung, der Landrat und zahlreiche Pressevertreter zugegen waren. Vorträge der Gesang - und Musikvereine aus den Orten unserer Bürgermeisterei gaben der Feier den passenden Rahmen. Der Erstanleger, der Rheindampfer CHRIEMHILDE nahm die Feiernden zu einer Sonderfahrt auf. 
Die im Jahre 1926 mit einem Kostenaufwand von 38000 Mark beschaffte Landebrücke, wurde im März 1945 durch deutsche Soldaten gesprengt und versenkt. 1948/49, wurde sie für 6000 Mark wieder hergestellt, 1959 wurde die Landebrücke total überholt. Das Brückenschiff musste dafür auf die Werft nach St. Goar. Nach 73 Jahren guter Dienste, wurde die Landebrücke im Juli 1999 ausgemustert. 22. August 1999 wurde eine neue Landebrücke für rund 130 000 Mark in Dienst gestellt. Mit dem Wechsel im Vorstand der KD. Schifffahrtsgesellschaft, wurde das Ende des neuen Steigers bereits nach einer einzigen Saison besiege lt. Die KD hat ihre Anlegepunkte sehr eingeschränkt, so dass seit 2001 Niederheimbach nicht mehr angefahren wird. "

(Niederheimbach und die Zeit unserer Vorfahren, Heinz Scheibe, Niederheimbach im April 2001 )

Karl Zimmermann Autograph 1929

Andernach 1929 Spielmannszug Lindstedt Zimmermann Welt-Foto

Diese Aufnahme entstand 1929 am Rheinufer in Andernach (Kölner Straße). Sie zeigt ein Tambourkorps, der rheinabwärts aus der Stadt marschiert, im Hintergrund rechts der runde Turm.
Das besondere an diesem Bild ist, dass Karl Zimmermann dem Spielleiter des Musikzugs, Karl Heller, persönlich zugesendet hat, sozusagen als Probeabzug für eine erhoffte größere Bestellung. Karl Heller lebte in Köln im Mauritiussteinweg, im Adressbuch als Kranführer bezeichnet. Es ist nicht überliefert, ob diese Anfrage zum Erfolg führte.
Zu der Zeit lief das Studio unter dem Namen Welt-Foto, man hatte sich mehr auf aktuelle, journalistische Aufnahmen fokussiert, nur um eigene Zeit später wieder zum alten Firmennamen und Konzept zurückzukehren.  Diese Änderungen waren vermutlich in der andauernden psychischen Erkrankung vom Karl Zimmermann begründet.

Andernach 1929 Spielmannszug Lindstedt Zimmermann Welt-Foto

Absender

Stempel Welt Foto


LZ (Handschriftliche Signatur) 

Koblenz den 3.Sept. 1929 

Werter Herr Heller, 

Anbei übersende Ihnen Probekarte 

zu Ihrem Tambourkorps, der Preis beträgt 

30 P und ist No. 1712. Bitten 

um Ihre werte Bestellung. 

Freundschaftl. 

Carl Albert Zimmermann 

Fotograf u. Journalist?? zu ???? ?? 

Koblenz


Coblenz Koblenz 1920 Clemensplatz Waffenstillstandsfeier Lindstedt Zimmermann

Feier zum Jahrestag des Waffenstillstands auf dem Clemensplatz in Coblenz 1920

Ein Artikel in den Amaroc News berichtete darüber:


"5000 bei den Feiern zum Waffenstillstand auf dem Clemensplatz
Colonel William H. Johnston, Stabschef, hält eine aufwühlende Rede, in der er seine Zuhörer dazu auffordert, für Prinzipien einzutreten, für die 75000 Amerikaner gestorben sind.
Der Clemensplatz war am Sonntagmorgen Schauplatz eines der zweifellos bemerkenswertesten Anlässe, die je in der A.F.G. stattgefunden haben, als der Tag des Waffenstillstands zum Gedenken an dieses große Ereignis vor zwei Jahren und zu Ehren der Lebenden und Toten gefeiert wurde, die an dem großen Kampf teilnahmen, an dem die ganze Welt beteiligt war."

The Amaroc News war eine amerikanische Tageszeitung, die von 1919 bis 1923 in Coblenz erschien. Der Name der Zeitung setzt sich zusammen aus den Anfangsbuchstaben der American Army of Occupation, er wurde zum Synonym für die amerikanischen Besatzungssoldaten im Rheinland nach dem Ersten Weltkrieg. „Fast vier Jahre lang“, so Helmut Kampmann, brachte die „Zeitung frischen Journalismus amerikanischer Machart in den Koblenzer Raum. 

(Sammlung M. Kellermann, Text Amaroc News, Wikipedia)

Die Brückenkatastrophe  von 1930 in Lützel


Am Tag des Unglücks fanden in Koblenz und am Deutschen Eck die nationalen Feierlichkeiten zum Ende der alliierten Rheinlandbesetzung statt. An der „Hauptbefreiungsfeier“ nahm auch Reichspräsident Paul von Hindenburg teil, der zuvor bereits bei vielen Befreiungsfeiern entlang des Rheins anwesend war. Die Stadt bereitete sich enthusiastisch auf die Befreiungsfeier vor, die Häuser waren mit Girlanden und Flaggen geschmückt. Der Höhepunkt des Tages war das Feuerwerk von der Festung Ehrenbreitstein gegen 22:30 Uhr. Rhein- und Moselanlagen waren gesäumt von hunderttausenden Menschen, die teils mit Sonderzügen angereist waren. Nach Ende des Feuerwerks gegen 23 Uhr drängten viele Menschen, die sich am Neuendorfer Eck in Lützel direkt gegenüber dem Deutschen Eck befunden hatten, über eine schmale Pontonbrücke, die sich an der Einfahrt zum Sicherungshafen befand, um eine Abkürzung zu nehmen. In der dunklen Nacht sahen sie nicht was vor ihnen geschah, als die Behelfsbrücke gegen 23:15 Uhr unter der Last einbrach. Die Pontonbrücke lagerte an den Seiten auf einer drei Meter hohen Mauer. Durch die Last von etwa 200 Menschen, die sich zum Zeitpunkt des Unglücks auf der Brücke befanden, wurden die Schwimmkörper unter Wasser gedrückt, daraufhin rissen die Brückenenden aus ihrer Verankerung. Die wegen der Lage in einer Hafeneinfahrt für eine Pontonbrücke ungewöhnlich hohe Konstruktion neigte sich zur Seite und alle auf ihr befindlichen Personen fielen ins Wasser. Es dauerte lange, bis die ersten Rettungskräfte vor Ort waren. Sie hatten es an dieser unbeleuchteten Stelle schwer, die im Wasser treibenden Menschen mit Booten, Stangen und Stöcken zu retten. In den ersten drei Stunden wurden 34 Menschen tot geborgen; später weitere vier.
(Sammlung M. Kellermann, Text Wikipedia)